Teil 3

5 Uhr, der Strand

Solange ich auf dem Fußweg war, ging ich schnell; als ich aber an den schwarzen Strand kam, musste ich laufen! Denn es war jetzt beinahe Hochwasser, und um mit meinem Pulver trocken zwischen der Brandung und dem steilen Felsen hindurchzukommen, musste ich so schnell laufen, wie ich nur konnte. Trotz meiner Fixigkeit ging mir das Wasser bis über die Knie, und ich wäre beinahe über einen Felsblock gestolpert. Diese ganze Zeit über hielten die Eile, womit ich lief, und die frische Luft und der Seegeruch mich in Aufregung; als ich aber mal im Busch war und den steilen Pfad hinaufklomm, nahm ich die Sache leichter.

Die Schrecknisse des Urwaldes waren größtenteils verblasst, nachdem ich Meister Cases Banjosaiten und Puppen gesehen hatte; trotz alledem war es kein angenehmer Gang, und ich dachte so bei mir selber, dass die Teufelsjünger, wenn sie da hinaufgingen, wohl eine grässliche Angst ausstehen mußten. Das Laternenlicht, das auf alle diese Baumstämme, gegabelten Äste, zusammengedrehten und verschlungenen Lianenstengel fiel, machte den ganzen Ort, oder soviel man eben davon sehen konnte, zu einem Rätsel sich bewegender Schatten. Sie kamen auf einen los, stramm und schnell wie Riesen, kehrten dann plötzlich um und verschwanden; sie schwebten einem über dem Kopf wie Keulen und flogen davon in die Nacht hinein wie Vögel. Der Waldboden flimmerte von faulem Holz, wie man an einer Streichholzschachtel noch einen Streifen nachleuchten sieht, wenn man ein Zündholz angerieben hat. Von den Zweigen über mir fielen große, kalte Tropfen auf mich herab wie Schweißtropfen. Es war sozusagen kein Wind da; nur ein leiser, eisiger Hauch von einer Landbrise, in der sich kein Blatt rührte; und die Harfen waren stumm.

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